Rodung

F. Dannehl

O Chieminseo, -- wunderhold

Sind deine blauen Grenzen,

Der Wind, er rauscht, die Woge rollt,

Felszackige Berge glänzen.

Und auf dem Eiland zu Herrenwörth

Steht Sanct Benedicten Zelle;

Wem Weltgedräng das Herz bethört,

Dort wird es ihm himmelhelle.

Noch deckt die Insel hoher Wald

Und sammtenes Moos den Boden,

Und Spatenklang und Artruf schallt,

Wenn drinnen die Fischer roden.

Seit Tagesgrau'n sind sie zur Stell',

Heut soll der Abt sie loben!

Da klingt es unter dem Spaten hell, --

Welch Fund wird da gehoben?

Von Eisen war's ein schmaler Schrein,

Was mag der bergen und tragen?

Es könnt' wohl der Elben Spielwerk sein --

Sie haben ein Kreuz geschlagen

Die Fischer all'. Dies rauhe Geschmeid,

Wir bringen's dem Abt entgegen:

"Brich du es auf, du bist gefeit

Mit Unseres Herren Segen!"