Zwiespalt
F. Dannehl
Meine Seele ist traurig, ich kann sie nicht stillen,
ist traurig um eines Weibes Willen.
Was alles ich that, kein Trost verfing,
obwohl mein Herz längst von ihr ging —
obwohl meine Seele und all mein Verlangen
von dieser Frau weit fort gegangen —
Was alles ich that, kein Trost verfing,
obwohl mein Herz längst von ihr ging.
Und mein Herz mit seinem empfindsamen Beben
fragt meine Seele: Sag! kann es das geben?
Kann solche Trennung denn wirklich sein,
so trotzig und doch so traurig sein?
Und drauf die Seele zu meinem Herzen:
Weiss ich selbst denn, wozu diese heftigen Schmerzen,
so nah sich zu fühlen und doch getrennt,
von einander gerissen, wo das Herz doch so brennt?