Dir nah', o die ich liebe
F. Danzi
Dir nah', o die ich liebe,
umfing mich hold das Glück;
dir fern, o die ich liebe,
verklag' ich mein Geschick!
Ich seufze deinen Namen
um Mitternacht allein;
kein Ohr erlauscht den Namen,
die Stille saugt ihn ein.
Er klingt wie Sternenreigen
aus unbewegter Luft,
wie Hauch aus Blütenzweigen
an frommer Unschuld Gruft.
Oft nur geseh'n von Sternen
ruf' ich den Namen laut,
und heilig tönt's durch Fernen
wie Äolsharfen laut.
Es folgt auf allen Wegen,
Geliebte, mir dein Bild,
strahlt mir vom Bach entgegen
wie Luna engelmild.
Es ist dem kranken Herzen,
es ist der wunden Brust
die Quelle herber Schmerzen
und namenloser Lust.
Es ruht, solang' ich träume,
ich fühl' es, mir im Arm,
und wenn ich nicht mehr träume,
enteilt es meinem Arm.
Wann, o wann werd' ich lauschen
der süßen Stimme Klang?
Darf ich der Stimme lauschen,
verstummet mein Gesang.