Du siehst mich an
F. Gumbert
Du siehst mich an und kennst mich nicht,
Du liebes Engelangesicht!
Die Wünsche weißt Du nicht, die reinen,
Die du so unbewußt erregt.
Ich muß mich freu'n, und möchte weinen,
So hast Du mir mein Herz bewegt.
Kenn' ich dein Glück, Du kennst es nicht,
Du liebes Engelangesicht!
Welch schönes Los ist Dir beschieden!
Wie eine Lilie auf dem Feld,
So heiter und so still zufrieden
Lebst du in deiner kleinen Welt.
Mich treibt's im Leben hin und her,
Als ob ich niemals glücklich wär',
Kann keinen Frieden mir erjagen,
Und keine Heiterkeit und Ruh';
Und hab' in meinen schönsten Tagen
Nur einen Wunsch: lebt' ich wie Du!