Im Hochland, Bruder, da schweifst du umher

F. Hensel

Im Hochland, Bruder, da schweifst du umher,

im Hochland von Moor und Heide;

vom verwitterten Fels senkt Wolke sich schwer

hinab auf grünende Weide.

Da oben gewahrst du nicht Wand'rer, nicht Baum,

der Adler fliegt einsam im öden Raum.

Nun schäumt ein Gießbach ins Tal, zum See,

zum See in des Waldes Mitte,

d'rin spiegelt sich zierlich das trinkende Reh

und die Insel im See und die Hütte.

Da blinkt ein Lichtlein und ladet dich ein;

du ruderst hinüber, da nachts zu sein.

O könnt' ich schweifen und jagen mit dir,

auf dem See mit dir rudern und treiben,

auf heimlicher Insel wohnen mit dir

und bei dir, Bruder, bleiben!

Nun bist du fern und bleibst noch lang'

und, Bruder, wie ist mir nach dir so bang'!