Die Schiffahrt

F. Hůrka

Das waren mir selige Tage!

Bewimpfeltes Schifflein, o trage

Noch einmal mein Hänschen und mich!

O wieg' uns noch einmal behende

Von hinnen bis an der Welt Ende;

Zur Wiege begehren wir dich.

Wie fuhren und fuhren auf Wellen;

Da sprangen im Wasser die hellen,

Die silbernen Fische herauf.

Wir fuhren und fuhren durch Auen;

Da ließen die Blumen sich schauen,

Da liefen die Lämmer zu hauf.

Wir schwebten in lüsternen Kreisen;

Da sangen die Lerchen die Weisen,

Da zirpeten Täucher im Rohr.

Wir schwebten auf strömenden Flächen;

Da rauschten Gemurmel von Bächen,

Da säuselten Lüftchen ans Ohr.

Wir spielten im treibenden Nachen,

Wir gaben uns manches zu lachen,

Wir hatten des Spieles nicht Rast.

Wir ließen die Hörner erklingen,

Wir alle begonnen zu singen,

Und ich hielt mein Hänschen umfaßt.

Das waren mir selige Tage!

Du kleiner Gefälliger, sage:

Sie waren so selig auch mir!

Dann such' ich das Schifflein mir wieder!

Dann setz' ich dich neben mir nieder,

Und fahre durchs Leben mit dir.