Frühling

F. Lanz

Es ist ein schönes, reiches Leben,

Der Frühling und die Jugendzeit,

Ein trunken Nehmen, selig Geben

Von Licht und Duft und Lied und Leid.

Ich stürze mich mit hellem Auge

In dieses Werdens süße Lust,

Und wie ich Geist und Licht einsauge,

Wachst ahnend mir die hohe Brust,

Und aus des Herzens weichen Schollen,

Mit unerschöpfter Lebenskraft:

Steigt neue Lieb' und neues Wollen

Und legt den Geist in süße Hast!

Und was mich schmerzt ist langst zerronnen

Im linden, warmen Himmelsstrahl,

Die Jugend ist zurück gewonnen,

Sie dringt in mich aus Berg und Thal.

So sitz' ich an der Brunnenstube,

Der quellenden Unendlichkeit,

Wie rieselt's frisch zur kühlen Grube,

Wie wird das Herz so weit, so weit!