Das erste Mal
Lehár, Franz
Schon ziemlich lange ist es her,
da schnitt man mir die Kur gar sehr;
ich war erst vierzehn dazumal,
das erste Mal.
Am Sonntag gings zu Tanz und Bier,
ich stopft' ins Mieder Watte mir,
denn ich war glatt, ach, wie ein Aal
das erste Mal.
Da war's auch, als den schönen Franz
ich sah zum erstenmal beim Tanz
im hellen schwülen, grossen Saal
das erste Mal.
Ganz schüchtern nähert' er sich mir
und lud mich ein mit viel Manier:
«Verlassen wir jetzt das Lokal
das erste Mal. »
Die Luft war lind, der Mond schien hell,
es rieselt' klar ein frischer Quell,
im Busche schlug die Nachtigall,
das erste Mal.
Er flüstert gar so inniglich
mit süssem Ton: «Ich liebe Dich.»
Es klang so sanft sentimental
Das erste Mal.
Dann schloss er in die Arme mich
und drückte bebend mich an sich,
sein heisser Kuss war fast brutal
das erste Mal.
Die Sinne taten mir vergehn,
und ruhig liess ich es geschehn.
Ach Gott, mir blieb ja keine Wahl
das erste Mal.
Seitdem ist vieles schon passiert,
hab' mich für manchen int'ressiert,
doch liebt' ich nie so ideal
wie's erste Mal.