Herba lori fa

F. Mottl

Eines Maienmorgens fruh

stand ich auf und ging

einem schönen Garten zu,

der wonnig mich umfing.

Da fand ich drei Jungfrauen steh'n,

die eine sang vor, die andere nach:

Herba lori fa! Herba lori fa! Herba lori fa!

Als ich sah das schöne Kraut,

das im Gärtlein war,

und hörte solchen süßen Laut

von den Mägdlein klar,

freudig ward das Herze mein,

dass ich musste stimmen ein:

Herba lori fa! Herba lori fa! Herba lori fa!

Die Allerschönste grüßt' ich schön,

die darunter stund,

die Arme ließ ich um sie geh'n

zu derselben Stund'.

Küssen wollt' ich ihr den Mund.

Sie sprach: Lasst ab, lasst ab, lasst ab!

Herba lori fa! Herba lori fa! Herba lori fa!