Über der See wogende Höh

F. Otto

Über der See

Wogender Höh,

Liebchen mein durch Sturm und Schnee!

Nah oder weit,

Rollende Zeit,

Wandelt treue Liebchen nicht.

Mit Liebchen trotz

ich des Schicksals Neide

Bei ihr ist des Lebens

wallende Freude!

Drum über der See

Wogender Höh,

Wo die Sturmeswolke zieht!

Nah oder weit,

Rollende Zeit,

Wandelt treue Liebchen nicht!

Freien behagt

Wogende See,

Land nur dem, den Ketten trägt!

Sclav bin ich hier,

Doch auf der Höh,

Athmen Lieb' und Freiheit mir!

Dort lauscht kein Auge,

kein feindlich Hassen

Der Himmel um uns

die Erde verlassen!

Drum über der See

Wogende Höh,

Liebchen mein durch Sturm und Schnee!

Nah oder weit,

Rollende Zeit,

Wandelt treue Liebchen nicht!