Des Sängers Grab

F. Poenitz

Und wenn ich gestorben, so grabt mir ein Grab

Im Walde unter der Linde,

Da singen die Vögel wohl über mir,

Und über mir sausen die Winde.

Da ziehen die Wolken und Blitze sprühn,

Da huscht das Reh, das schlanke;

Da steigt der Adler zum Himmel empor,

Wie ein stolzer Siegesgedanke.

Ja, das ist ein echtes Poetengrab,

Es träumen sich selige Träume,

Es ruht sich süß in der Erde Schooß

Beim Rauschen der Quellen und Bäume.

Drum, wenn ich gestorben, so grabt mir ein Grab

Im Walde unter der Linde,

Da singen die Vögel wohl über mir,

Und über mir sausen die Winde.