Der Kranz

F. Rosenthal

Die Blumen in deinem Kranze,

Roth, gelb, blau, blümerant,

Die haben mit ihrem Glanze

Mir in die Augen gebrannt.

So schönen wie du trug Keine,

Und Keiner stand ihrer so gut,

Wie mit einem Heiligenscheine

Gingst du in des Kranzes Hut.

Sternblüthen Primeln und Glocken

Und blaue Vergißmeinnicht

Umrahmten dir in den Locken

Dein eigenes Blumengesicht.

Und röthliche Blätter und Ranken

Schmiegten sich her und hin,

Mir kamen nur gute Gedanken

In meinen begehrlichen Sinn.

Der Blumen Weben und Schweben

Hat mir das Herz berückt,

Ich hätt' um Leib und Leben

Den Kranz dir nicht zerpflückt.