Bitte

F. Schilling

Ich bin so müd', als gieng's mit mir zur Neige;

Der Herbsthauch deiner Seele hat entblättert

Die einst so üppig frühlingsgrünen Zweige,

Durch die die Lerche Poesie geschmettert.

O du bist hart! was konnte dich bewegen,

Die junge Welt in meiner Brust zu morden?

Einst war dein Wort ein milder Gottessegen,

Wir waren reich; - wie arm sind wir geworden!

Ein einzig Wort von dir war zaubermächtig:

Die Lieder, die in meiner Seele ruhten,

Der Dichtung Lichtstrom, hell und farbenprächtig,

Begann so reich, so voll hervorzufluthen.

O sprich es noch einmal! du kannst nur wollen,

So wird mein Herz sich willig dir erschließen,

Und sieh', aus meiner Seele Tiefen rollen

Die schönsten Perlen wieder dir zu Füßen!