Baum im Herbst

F. Scholz

Noch ringt verzweifelt mit den kalten

Oktobernächten um sein grünes Kleid

Mein Baum. Er liebt's, ihm ist es leid,

Er trug es fröhliche Monde lang,

Er möchte es gern behalten.

Und wieder eine Nacht, und wieder

Ein rauher Tag. Der Baum wird matt

Und kämpft nicht mehr und gibt die Glieder

Gelöst dem fremden Willen hin,

Bis der ihn ganz bezwungen hat.

Nun aber lacht er golden rot

Und ruht im Blauen tief beglückt.

Da er sich müd dem Sterben bot,

Hat ihn der Herbst, der milde Herbst

Zu neuer Herrlichkeit geschmückt.