Einst gibt ein Tag mir alles Glück zu eigen

Schreker, Franz

Einst gibt ein Tag mir alles Glück zu eigen,

das ich erträumt, ersehnt in schweren Zeiten.

Da sind versunken alle Dunkelheiten

und alle Stimmen tiefsten Leides schweigen.

Aus hohen, schlanken Blumengläsern neigen

sich langgestielte Blüten, leise gleiten

die schweren Düfte durch des Raumes Weiten,

wie Säulen Rauch aus Opferschalen steigen

Und hoher Kerzen Schein spielt an den Wänden

und über all den bunten Blumenflören.

Nun kam auch meines Glückes Stunde,

kein rauher Mißton wird sie mir zerstören.

Ich schlaf' so tief, ein Strauß in meinen Händen

und an der Stirn die kleine rote Wunde.