Du willst ja jetzt so wenig nur

F. Tesca

Du willst ja jetzt so wenig nur

Mein armes, stilles Herz;

Trugst schweigend über Thal und Flur

Den innern tiefen Schmerz.

Einst hätte wohl des Ruhmes Glanz,

Von Wolken unverhüllt,

Ja selbst der Liebe vollster Kranz

Dein Sehnen nicht gestillt.

Da hob sich noch die junge Brust

Voll Ungenügsamkeit

In stolzer Ahndung künft'ger Lust

Und Siegesherrlichkeit.

Ach, bald erblich die Zauberpracht

Der freyen Fantasie!

Kampf hat das Schicksal mir gebracht,

Des Sieges Wonnen nie.

Doch trug ich meinen bittern Gram

Still und ergebungsvoll;

Denn oft, mich Müden tröstend, kam

Der himmlische Apoll.

Auch blühten sonst mir Blümchen auf,

Schön, aber selten nur,

Im Sternenstrahl, der meinen Lauf

Beschien durch freud'ge Flur.

Der Strahl ist hin, die Blumen ganz

Verwelket und zerstreut.

Wo wänd' ich einen frischen Kranz

In Öd' und Dunkelheit?

Du fliehst, o freundlich Lächeln, hin,

Du Schimmer, durch die Nacht,

Der oft dem wildbewegten Sinn

So Fried' als Muth gebracht.

Fahr wohl, fahr wohl! Ich scheide still,

Und klag' es fromm und rein,

Ihr, die mich nicht verrathen will,

Der süßen Mus' allein.