Allerseelentag
F. Weingartner
Die Todten haben Einen
In ihrer Einsamkeit,
Der ihnen eine Blume
Und eine Thräne weiht.
wie schön prangt heut' ihr Garten!
Von Gästen wogt's darin:
Manch' Lebender geht traurig,
Verlassen für sich hin.
Hört, Leute, die ihr wandert
Mit Kränzen friedhofwärts,
Legt lieber doch ein Blümchen
Auf dieses warme Herz.
O, thut's, so lang ich lebe;
Denn darf ich einmal ruh'n,
Wie dort die Todten ruhen
In ihren stillen Truh'n --
Dann miss' ich eure Spende
Und eure Liebe gern:
Dann tagt mir ja im Frieden
Der allerhöchste Stern,
Im allertiefsten Dunkel
Das allersüß'ste Licht:
Dann brauch' ich ird'sche Blumen
Und ird'sche Kränze nicht.