Am Fenster

Schubert, Franz

Ihr lieben Mauern, [sanft] und traut,

Die ihr mich kühl umschließt,

Und [silberglänzig] niederschaut,

[Wann] droben Vollmond ist:

Ihr saht mich einst so traurig da,

Mein Haupt auf schlaffer Hand, -

Als ich in mir allein mich sah,

Und [keiner] mich verstand.

Jetzt brach ein [ander] Licht heran:

Die Trauerzeit ist um:

Und manche ziehn mit mir die Bahn

Durch's Lebensheiligthum.

Sie raubt der Zufall ewig nie

Aus meinem treuen Sinn:

In tiefster Seele trag' ich sie, -

Da reicht kein Zufall hin.

Du Mauer wähnst mich trüb' wie einst

Das ist die stille Freud';

Wenn du vom Mondlicht wiederscheinst,

Wird mir die Brust so weit.

An jedem Fenster wähn' ich dann

Ein Freundeshaupt, gesenkt,

Das auch so schaut zum Himmel an,

[Und] auch so meiner denkt!