Ammenlied
Schubert, Franz
Am hohen, hohen Thurm,
Da weht ein kalter Sturm:
Geduld! die Glöcklein läuten,
Die Sonne [blickt] von weiten.
Am hohen, hohen Thurm,
Da weht ein kalter Sturm.
Im tiefen, tiefen Thal,
Da rauscht ein Wasserfall:
Geduld! ein Bißchen weiter,
[Dann] rinnt das Bächlein heiter.
Im tiefen, tiefen Thal,
Da rauscht ein Wasserfall.
Am kahlen, kahlen Baum,
Deckt sich ein Täubchen kaum:
Geduld! bald blühn die Auen,
Dann wird's sein Nestchen bauen.
Am kahlen, kahlen Baum,
Deckt sich ein Täubchen kaum.
Dich friert, mein Töchterlein!
Kein Freund sagt: komm herein!
Laß unser Stündchen schlagen,
Dann werden's Englein sagen.
Das beste Stübchen gibt
Gott jenem, den er liebt.