An Chloen

Schubert, Franz

Bey der Liebe reinsten Flammen,

Glänzt das arme Hütten-Dach:

Liebchen! ewig nun beysammen!

Liebchen! [schlafend] oder wach!

Süßes, zärtliches Umfangen,

Wenn der Tag am Himmel graut;

Heimlich klopfendes Verlangen,

Wenn der Abend niederthaut!

Wonne dort auf allen Hügeln,

Wonn' im Thal, und Jubel hier!

Volle Freyheit, zu verriegeln

Unsre kleine Hütten-Thür!

Lobgesang in Finsternissen,

Wo kein Neider sich versteckt,

Wo nicht mehr, indem wir küßen,

Jedes Lüftchen uns erschreckt!

Und wir theilen alle Freuden,

Sonn' und Mond und Sternen-Glanz;

Allen Segen, alles Leiden,

Arbeit und Gebet, und Tanz.

So, bey reiner Liebe Flammen,

Endet sich der schöne Lauf;

Ruhig schweben wir zusammen,

Liebchen! Liebchen! Himmel auf.