An Gott

Schubert, Franz

Kein Auge hat dein Angesicht geschaut!

Auf ew'ge Höhen ist dein Thron gebaut.

Dein Herold ist der Morgensonne Pracht,

Von deinem Ruhm erzählen Tag und Nacht.

D'rum hebt der Mensch die Blicke himmelwärts:

Dich fühlt das Herz!

Der weite Raum des Weltalls faßt dich nicht!

Dein Nam' ist hehr, den keine Sprache spricht.

Du warst und bist, vor dir ist keine Zeit;

Ein Augenblick in dir ist Ewigkeit.

Der Mensch ist groß, wenn er dich liebt und preißt:

Dich denkt der Geist!

Wie du regierst, hat Keiner noch erkannt,

Denn unsichtbar lenkt Alles deine Hand.

Wer saß mit dir in deiner Weisheit Rath?

Du leitest uns auf einem dunkeln Pfad.

Doch Herz und Geist folgt dir mit Zuversicht:

Dein Weg ist Licht!