An Rosa I
Schubert, Franz
Warum bist du nicht hier, meine Geliebteste,
Daß mich gürte dein Arm, daß mich dein Händedruck
Labe, daß du mich pressest
An dein schlagendes Schwesterherz.
Rosa, bist du mir hold? Rosa, so hold, wie ich,
War dir keiner, und wird keiner dir wieder seyn
Von den Söhnen der Erde,
Von den Söhnen Elysiums.
Wärmer, Rosa, fürwahr, wärmer und zärtlicher
Könnte nimmer für dich schlagen mein fühlend Herz,
Hätt' Ein Schooß uns geboren,
Hätt' uns einerley Brust gesäugt.
[Matte] labet der Quell, Müde der Abendstern,
Irre Wandrer der Mond, Kranke das Morgenroth;
Mich erlabet, Geliebte,
Dein Umfangen am [kräftigsten].
Warum bist du nicht hier, meine Vertrauteste,
Daß dich gürte mein Arm, daß ich dir süßen Gruß
Lispl' und feurig dich [drücke]
An mein schlagendes Bruderherz.