An Rosa II
Schubert, Franz
Rosa, denkst du an mich? Innig gedenk' ich dein.
Durch den grünlichen Wald schimmert das Abendroth,
[Und die Wipfel] der Tannen
[Regt] das Säuseln des Ewigen.
Rosa, [wärst] du hier, säh' ich ins Abendroth
Deine Wangen getaucht, säh' ich vom Abendhauch
Deine Locken geringelt -
Edle Seele, mir wäre wohl!
Lieber lehn' ich an dir, als an der Einsamkeit
Trautem Busen. Mir klingt süßer der Flötenton
Deiner klagenden Stimme,
Als das Säuseln im Tannenhayn.
Oft umfingest du mich, meine Holdselige,
Mit vertraulichem Arm, wenn ich an deiner Brust
Melancholischen Frieden,
Schwärmens müde, mich rettete.
Jedes leisere Weh, jedes verschwiegne Ach,
Das den Busen mir preßt, haucht' ich dir öfter aus,
Schöpfte freyeren Odem,
Klomm' heroischer felsenan.
Nie soll darum ein Freund meiner holdseligen
Rosa mangeln, und nie Milderung ihrem Gram!
Nie sey trostlos ihr Leiden,
Ihre Urne nie blumenleer!