Bergknappenlied
Schubert, Franz
Hinab, ihr Brüder! in den Schacht!
Hinab mit frohem Mut!
Es ist ein Gott, der für uns wacht,
Ein Vater groß und gut!
Stimmt an den hellen Saitenklang
Zu ehren unsern Gott!
Beginnt den frohen Lobgesang
Dem Retter in der Noth!
Wer seiner Huld und Macht vertraut,
Der, Brüder! zittert nicht
Vor der Gefahr, dem Tode schaut
Er muthig ins Gesicht!
Ist unter uns ein feiger Knapp,
Der nicht vertraut auf ihn;
Der steige nicht mit uns hinab -
Werf' Hark' und Fäustel
hin!
Doch nein voll Mutes fahren schon
Wir bei der Lampe Schein.
Mit Jubelvollem Lautenton,
In unsre Gruben ein.
Wohlan! Seid ämsig im Beruf,
Wenn Freud' und Hoffnung winkt,
Wann Goldstuff' hier, dort Silberstuff'
Euch hell entgegenblinkt!
Steigt immer tiefer, sonder Graun!
Grabt tiefer in den Schacht!
Auf! Wollt ihr reiche Stuffen haun;
So grabt und haut mit Macht!
Ermüdet nicht! Sie kommt fürwahr
Die Stunde, die uns lohnt!
Den Schweiß, den Muth in der Gefahr
Mit gold'ner Beute lohnt.
Er aber, der für uns gewacht
Und Unglük abgewandt -
Er führt uns wieder aus dem Schacht
Mit väterlicher Hand!
Und ob die Erd' erbebt und kracht',
Und stürzt' auf uns herab -
Vergrüb' uns tief in Schutt und Nacht
Und würde unser Grab!
Sei's, Brüder, nimmer zagen wir!
Wir segnen unser Loos!
Wir sterben im Beruf, und dir,
O Muttererd', im Schoos! -