Daphne am Bach
Franz Peter Schubert
Ich hab ein Bächlein funden
Vom Städtchen ziemlich weit,
Da bin
ich manche Stunden
In stiller Einsamkeit.
Ich thät mir gleich erkiesen
Ein Plätzchen kühles Moos;
Da sitz' ich, und da fließen
Mir Thränen in den Schooß.
Für dich, für dich nur wallet
Mein jugendliches Blut;
Doch, leise nur erschallet
Dein Nam' an dieser Flut.
Ich fürchte, daß mich täusche
Ein Lauscher aus der Stadt;
Es schreckt mich das Geräusche
Von jedem Pappelblatt
Ich wünsche mir zurücke
Den flüchtigsten Genuß;
In jedem Augenblicke
Fühl ich den Abschiedskuß.
Es ward mir wohl und bange,
Als
mich dein Arm umschloß,
Als
noch auf meine Wange
Dein letztes Thränchen floß!
Von meinem Blumenhügel
Sah ich dir lange nach;
Ich wünschte mir die Flügel
Der Täubchen auf dem Dach;
Nun glaub' ich zu vergehen
Mit jedem Augenblick.
Willst du dein Liebchen sehen,
So komme bald zurück!