Das Grab

Franz Peter Schubert

Das Grab ist tief und stille,

Und schauderhaft sein Rand.

Es deckt mit schwarzer Hülle

Ein unbekanntes Land.

Das Lied der Nachtigallen

Tönt nicht in seinem Schooß.

Der Freundschaft

Rosen fallen

Nur auf des Hügels Moos.

Verlaßne Bräute ringen

Umsonst die Hände wund;

Der Waise

Klagen dringen

Nicht in der Tiefe Grund.

Doch sonst an keinem Orte

Wohnt die ersehnte Ruh;

Nur durch die dunkle

Pforte

Geht man

der Heimat zu.

Das arme Herz, hienieden

Von manchem Sturm bewegt,

Erlangt den wahren Frieden

Nur wo

es nicht mehr schlägt.