Das Heimweh

Schubert, Franz

Ach! der Gebirgssohn hängt mit kindlicher Lieb' an der Heimath;

[Und wie] den Alpen geraubt hinwelket die Blume, so welkt er

Ihr entrissen dahin! - Stets sieht er die trauliche Hütte,

Die ihn gebar, im hellen Grün umduftender Matten;

Sieht das dunkele Föhrengehölz, die ragende Felswand

Über ihm, und noch Berg' auf Berg' in erschütternder Hoheit

Aufgethürmt, und glühend im Rosenschimmer des Abends.

Immer schwebt es ihm vor, verdunkelt ist alles um ihn her.

Ängstlich horcht er; [ihn] deucht: er höre das Muhen der Kühe

[Von dem] nahen Gehölz, und hoch von den Alpen herunter

Glöcklein klingen; [ihn] deucht: er höre das Rufen der Hirten,

Oder [der Sennerinn Lied], die mit [überschlagender] Stimme,

Freudig zum Wiederhall aufjauchzt Melodien des Alplands.

Immer tönt es ihm nach; ihn fesselt der lachenden Ebnen

Anmuth nicht; er fliehet der Städt' einengende Mauern

Einsam, und schaut aufweinend vom Hügel die heimischen Berge;

Ach! [denn] es zieht ihn dahin mit unwiderstehlicher Sehnsucht!