Das Marienbild

Schubert, Franz

Sey [gegrüßt, du] Frau der Huld,

Und der reinen, schönen Minne,

Ohne Makel, ohne Schuld,

Und von demuthsvollem Sinne!

Fromme Einfalt wölbte dir

Diese ärmliche Kapelle

In den [Stamm] der Eiche hier,

Ohne Säulen, ohne Schwelle.

Vögelein auf jedem Ast

Singen deinem Kindlein Lieder,

Durchs Gezweig im goldnen Glast

Steigen Engel auf und nieder.

Und dem Herzen wird so leicht,

[Wär es auch von] Gram umsponnen,

Und dem Pilger wird gereicht

Labung aus dem Gnadenbronnen.

Wohl ein Hüttlein baut' ich gern

Hier im stillen Waldesgrunde,

Daß mir dieser [Meeresstern]

Leuchte [nun und jede] Stunde;

Daß in diesem kleinen Raum

Mir der Himmel angehöre,

Daß kein banger, böser Traum

Meinen letzten Schlummer störe.