Das Zügenglöcklein

Schubert, Franz

Kling' die Nacht durch, klinge,

Süßen Frieden bringe

Dem, für den du tönst!

Kling' in [stille] Ferne,

So du Pilger gerne

Mit der Welt versöhnst!

Aber wer will wandern

Zu den lieben Andern,

Die vorausgewallt?

Zog er gern die Schelle?

Bebt er an der Schwelle,

Wann »Herein« erschallt? -

Gilt's dem bösen Sohne,

Der noch flucht dem Tone,

Weil er heilig ist?!

Nein es klingt so lauter,

Wie ein Gottvertrauter

Seine Laufbahn schließt!

Aber ist's ein Müder,

Den verwaist die Brüder, -

Dem ein treues Thier

Einzig ließ den Glauben

An die Welt nicht rauben: -

Ruf' ihn Gott zu dir!

Ist's der Frohen Einer,

Der die Freuden reiner

Lieb' und Freundschaft theilt,

Gönn' ihm noch die Wonnen

Unter dieser Sonnen,

Wo er gerne weilt!