Der Blumen Schmerz

Schubert, Franz

Wie [ist] es mir so schaurig

Des Lenzes erstes Wehn,

Wie [dünkt] es mir so traurig,

Daß Blumen auferstehn.

In ihrer Mutter Armen

Da ruhten sie so still,

Nun müssen, ach die Armen!

[Herauf in's] Weltgewühl.

Die zarten Kinder heben

Die Häupter scheu empor:

"Wer rufet uns in's Leben

Aus [stiller] Nacht hervor?"

Der Lenz mit Zauberworten

Mit Hauchen süßer Lust,

Lockt aus den dunklen Pforten,

Sie von der Mutter Brust.

In bräutlich heller Feyer

Erscheint der Blumen Pracht,

Doch fern schon ist der Freyer,

Wild glüht der Sonne Macht.

Nun künden ihre Düfte,

Daß sie voll Sehnsucht sind

Was labend würzt die Lüfte,

Es ist der Schmerzen Kind.

Die Kelche sinken nieder

Sie schauen Erdenwärts:

"O Mutter nimm uns wieder

Das Leben gibt nur Schmerz."

Die welken Blätter fallen,

Mild deckt der Schnee sie zu -

Ach Gott! so gehts mit [allen],

Im Grabe nur ist Ruh.