Der Einsame

Schubert, Franz

Wann meine Grillen schwirren,

Bei Nacht, am [spät erwärmten] Herd,

Dann sitz' ich, mit vergnügtem Sinn,

Vertraulich zu der Flamme hin,

So [leicht, so] unbeschwert.

Ein trautes, stilles Stündchen

Bleibt man noch gern am Feuer wach.

Man schürt, wann sich die Lohe senkt,

Die Funken auf, und sinnt und denkt:

Nun abermal ein Tag!

Was Liebes oder Leides

Sein Lauf für uns [daher gebracht],

Es geht noch einmal durch den Sinn;

Allein das Böse wirft man hin.

Es störe nicht die Nacht.

Zu einem frohen Traume

Bereitet man gemach sich zu.

[Wann sorgelos ein holdes] Bild

Mit sanfter Lust die Seele füllt,

Ergiebt man sich der Ruh.

O wie ich mir gefalle

In meiner stillen Ländlichkeit!

Was in dem Schwarm der lauten Welt

Das irre Herz gefesselt hält,

[Giebt nicht Zufriedenheit].

Zirpt immer, liebe Heimchen,

In meiner Klause eng und klein.

Ich duld' euch gern: ihr stört mich nicht.

Wann euer Lied das Schweigen bricht,

Bin ich nicht ganz allein.