Der Fluß
Schubert, Franz
Wie rein Gesang sich windet
Durch wunderbarer Saitenspiele Rauschen,
Er selbst sich wieder findet,
Wie auch die Weisen tauschen,
Daß neu entzückt die Hörer ewig lauschen:
So fließet mir gediegen
Die Silbermasse, schlangengleich gewunden,
Durch Büsche, die sich wiegen
Von Zauber süß gebunden,
Weil sie im Spiegel neu sich selbst gefunden;
Wo Hügel sich so gerne
Und helle Wolken leise schwankend zeigen,
Wenn fern schon matte Sterne
Aus blauer Tiefe steigen,
Der Sonne trunkne Augen abwärts neigen.
So schimmern alle Wesen
Den Umriß nach im kindlichen Gemüthe,
Das zur Schönheit erlesen
Durch milder Götter Güte
In dem Krystall bewahrt die flücht'ge Blüthe.