Der liebliche Stern
Schubert, Franz
Ihr Sternlein, still in der Höhe,
Ihr Sternlein, spielend im Meer,
Wenn ich von ferne daher
So freundlich euch leuchten sehe,
So wird mir von Wohl und Wehe
[Mein] Busen so bang und so schwer.
Es zittert von Frühlingswinden
Der Himmel im flüssigen Grün;
Manch Sternlein sah ich entblühn,
Manch Sternlein sah ich entschwinden;
Doch kann ich das schönste nicht finden,
Das früher dem Liebenden schien.
Nicht kann ich zum Himmel mich schwingen,
Zu suchen den freundlichen Stern;
Stets hält ihn die Wolke mir fern!
Tief unten da möcht' es gelingen,
Das friedliche Ziel zu erringen!
Tief unten da ruht' ich so gern!
Was wiegt ihr im laulichen Spiele,
Ihr Lüftchen, den [schwankenden] Kahn?
O treibt ihn auf [rauherer] Bahn
Hernieder in's Wogengewühle!
Laßt tief in der wallenden Kühle
Dem lieblichen Sterne mich nahn!