Der Sänger am Felsen
Schubert, Franz
Alexis
[Klag', o] meine Flöte! klage
Die entschwundnen schönen Tage,
Und des Frühlings schnelle Flucht,
Hier auf den verwelkten Fluren,
Wo mein Geist umsonst die Spuren
[Süß gewohnter] Freuden sucht!
[Klag', o] meine Flöte! klage!
Einsam rufest du dem Tage,
Der dem Schmerz zu spät erwacht.
Einsam schallen meine Lieder,
Nur das Echo hallt sie wieder
Durch die Schatten stiller Nacht.
[Klag', o] meine Flöte! klage
Die entflohnen schönen Tage,
Wo ein Herz, das mir nur schlug,
Deinen sanften Liedern lauschte,
Zürnend, wenn ein Zephyr rauschte,
Und den kleinsten Laut vertrug.
[Klag', o] meine Flöte! klage!
Nimmer kehren diese Tage!
Ungerührt hört Delia
Meiner Lieder banges Sehnen,
Sie, die ich bey deinen Tönen
Oft in Lust verloren sah!
[Klag', o] meine Flöte! klage!
Kürzt den Faden meiner Tage
Bald der strengen Parze Stahl;
[Klage dann] auf Lethe's Matten
Irgend einem guten Schatten
Meine Lieb' und meine Qual!