Der Winterabend

Schubert, Franz

Es ist so [still und] heimlich um mich,

Die Sonn' ist [unter], der Tag entwich.

Wie schnell nun heran der Abend graut! -

Mir ist es recht, sonst ist mir's zu laut.

Jetzt aber ist's ruhig, es hämmert kein Schmied,

Kein Klempner, das Volk verlief, und ist müd;

Und selbst, daß nicht raßle der Wagen Lauf,

Zog Decken der Schnee durch die Gassen auf.

Wie thut mir so wohl der selige Frieden!

Da sitz' ich im Dunkel, ganz abgeschieden,

So ganz für mich; - nur der Mondenschein

Kommt leise zu mir in's Gemach [herein.

Brauche mich aber nicht zu geniren,

Nicht zu spielen, zu conversiren,

Oder mich sonst attent zu zeigen].

Er kennt mich schon, und läßt mich schweigen,

Nimmt nur seine Arbeit, die Spindel, das Gold,

Und spinnet stille, webt und lächelt [hold],

Und hängt dann sein schimmerndes Schleyertuch

Ringsum an Geräth und Wänden aus.

Ist gar ein stiller, [lieber] Besuch,

Macht mir gar keine Unruh' im Haus'.

Will er bleiben, so hat er Ort,

Freut's ihn nimmer, so geht er fort.

Ich sitze dann stumm im Fenster gern',

Und schaue hinauf in Gewölk' und Stern.

Denke zurück, ach! weit, gar weit,

In eine schöne, [verschwund'ne] Zeit.

Denk' an Sie, an das Glück der Minne,

Seufze still', und sinne und sinne. -