Des Mädchens Klage

Franz Peter Schubert

Der Eichwald brauset

Die Wolken ziehn

Das Mägdlein sitzet

An Ufers Grün,

Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht

Und sie seufzt

hinaus in die finstre

Nacht,

Das Auge von

Weinen getrübet

"Das Herz ist gestorben,

Die Welt ist leer,

Und weiter giebt sie

Dem Wunsche nichts mehr.

Du Heilige rufe

dein Kind zurück,

Ich habe genossen das irdische Glück,

Ich habe gelebt und geliebet!"

Es rinnet der Thränen

Vergeblicher Lauf,

Die Klage sie wecket

Die Todten nicht auf,

Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust

Nach der süßen Liebe verschwundener

Lust,

Ich, die himmlische, wills nicht versagen.

Laß rinnen der Thränen

Vergeblichen Lauf,

Es wecke

die Klage

Den Todten nicht auf,

Das süßeste Glück für die traurende

Brust,

Nach der schönen Liebe verschwundener

Lust,

Sind der Liebe Schmerzen und Klagen.