Des Sängers Habe

Schubert, Franz

Schlagt mein ganzes Glück in Splitter,

Nehmt mir alle Habe gleich,

Lasset mir nur meine Zither,

Und ich bleibe froh und reich.

Wenn des Grames Wolken ziehen,

Haucht sie Trost in meine Brust,

Und aus ihrem Golde blühen

Alle Blumen meiner Lust.

Will die Liebe nicht gewähren,

Freundschaft brechen ihre Pflicht,

Kann ich beide stolz entbehren,

Aber meine Zither nicht.

Reißet meines Lebens Sehne,

Wird sie mir ein Kissen sein,

Lullen mich die süßen Töne

In den letzten Schlummer ein.

In den Grund des Tannenhaines

Senkt mich leise dann hinab;

Und statt eines Leichensteines

Stellt die Zither auf mein Grab,

Daß ich, wenn zum stillen Reigen,

Aus des Todes dunklem Bann,

Mitternachts die Geister steigen,

Ihre Saiten rühren kann.