Die Berge
Schubert, Franz
Sieht uns der Blick gehoben,
So glaubt das Herz die Schwere zu besiegen;
Zu den Himmlischen oben
Will es dringen und fliegen.
Der Mensch, empor geschwungen,
Glaubt schon, er sey durch die Wolken gedrungen.
Bald muß er staunend merken,
Wie ewig fest wir auf uns selbst begründet.
Dann strebt in sichern Werken
Sein ganzes Thun, verbündet,
Vom Grunde nie zu wanken,
Und baut wie Felsen den Bau der Gedanken.
Und dann in neuen Freuden
Sieht er die kühnen Klippen spottend hangen;
Vergessend aller Leiden,
Fühlt er einzig Verlangen,
An dem Abgrund zu scherzen,
Denn hoher Muth schwillt ihm in hohem Herzen.