Die erste Liebe

Schubert, Franz

Die erste Liebe füllt das Herz mit Sehnen

Nach einem unbekannten Geisterlande,

Die Seele gaukelt an dem Lebensrande,

Und süße Wehmuth letzet sich in Thränen.

Da wacht es auf, das Vorgefühl des Schönen,

Du schaust die Göttinn in dem Lichtgewande,

Geschlungen sind des Glaubens leise Bande,

Und Tage rieseln hin auf Liebestönen;

Du siehst nur sie allein im Wiederscheine,

Die Holde, der du ganz dich hingegeben,

Nur sie durchwebet deines Daseyns Räume!

Sie lächelt dir herab vom Goldgesäume,

Wenn stille Lichter an den Himmeln schweben,

Der Erde jubelst du: "Sie ist die Meine!"