Die junge Nonne

Schubert, Franz

Wie braust durch die Wipfel der heulende Sturm!

Es klirren die Balken - es zittert das Haus!

Es rollet der Donner - es leuchtet der Blitz! -

Und finster die Nacht, wie das Grab! - - -

Immerhin, immerhin!

So tobt' es noch jüngst auch in mir!

Es brauste das Leben, wie jetzo der Sturm!

Es bebten die Glieder, wie jetzo das Haus!

Es flammte die Liebe, wie jetzo der Blitz! -

Und finster die Brust, wie das Grab! -

Nun tobe du wilder, gewaltiger Sturm!

Im Herzen ist Friede, im Herzen ist Ruh! -

Des Bräutigams harret die liebende Braut,

Gereinigt in prüfender Glut -

Der ewigen Liebe getraut. -

Ich harre, mein Heiland, mit sehnendem Blick;

Komm, himmlischer Bräutigam! hole die Braut!

Erlöse die Seele von irdischer Haft! -

Horch! friedlich ertönet das Glöcklein am Thurm;

Es lockt mich das süße Getön

Allmächtig zu ewigen Höhn -

»Alleluja!«