Die Macht der Liebe
Schubert, Franz
Überall, wohin mein Auge blicket,
Herrschet Liebe, find' ich ihre Spur;
Jedem Strauch und Blümchen auf der Flur
Hat sie tief ihr Siegel eingedrücket.
Sie erfüllt, durchglüht, verjüngt und schmücket
Stets das All der wirkenden Natur;
Erd' und Himmel, jede Kreatur
Lebt und webt durch sie, von ihr beglücket.
Blinder Knabe! muß denn alles sich
Unter deinen Rosen-Scepter schmiegen?
Ja, es athmet alles nur für dich!
Alles schlürft in taumelndem Vergnügen
Deinen Honig ein in langen Zügen!
Hast du Wermuth nur allein für mich?!