Die Vollendung

Franz Peter Schubert

Wenn ich einst das Ziel errungen habe,

In den Lichtgefilden jener Welt,

Heil! der Thräne dann an meinem Grabe,

Die auf hingestreute Rosen fällt.

Sehnsuchtsvoll, mit hoher

Ahnungswonne,

Ruhig, wie der mondbeglänzte Hain,

Lächelnd, wie beim Niedergang die Sonne,

Harr' ich, göttliche Vollendung, dein!

Eil', o eile mich empor zu flügeln,

Wo sich unter mir die Welten drehn,

Wo im Lebensquell sich Palmen spiegeln,

Wo die Liebenden sich wiedersehn!

Sklavenketten sind der Erde Leiden;

Oefters, ach! zerreißt

sie nur der Tod!

Blumenkränzen gleichen ihre Freuden,

Die ein Westhauch zu entblättern droht!