Fischerweise

Schubert, Franz

Den Fischer fechten Sorgen

Und Gram und Leid nicht an,

Er löst am frühen Morgen

Mit leichtem Sinn den Kahn.

Da lagert rings noch Friede

Auf Wald und Flur und Bach,

Er ruft mit seinem Liede

Die gold'ne Sonne wach.

Und singt zu seinem Werke

Aus voller frischer Brust,

Die Arbeit gibt ihm Stärke,

Die Stärke Lebenslust!

Bald wird ein bunt Gewimmel

In allen Tiefen laut,

Und plätschert durch den Himmel

Der sich im Wasser baut -

Und schlüpft auf glatten Steinen

Und badet sich und schnellt,

Der Große frißt den Kleinen

Wie auf der ganzen Welt.

Doch wer ein Netz will stellen

Braucht Augen klar und gut,

Muß heiter gleich den Wellen

Und frey seyn wie die Fluth;

Dort angelt auf der Brücke

Die Hirtinn - schlauer Wicht,

Gib auf nur deine Tücke

Den Fisch betrügst du nicht!