Frohsinn
Schubert, Franz
Ich bin von lockerem Schlage,
Genieß' ohne Trübsinn die Welt,
Mich drückt kein Schmerz, keine Plage,
Mein Frohsinn würzt mir die Tage;
Ihn hab' ich zum Schild mir gewählt.
Mit Reichthum pflegt man zu prahlen,
Man kaufet sich Freuden dafür,
Schlürft sie aus goldenen Schalen,
I c h darf die Freuden nicht zahlen;
Denn, wahrlich, sie ruhen in mir.
Das Glück treibt elende Künste,
Steht öfters mit Schurken im Bund;
Lohnt sie mit reichem Gewinnste,
Das kränkt den Mann vom Verdienste; -
I c h seh' es mit lachendem Mund.
Fortuna pflegt sich zu wenden,
Das hab' ich schon lange gewußt,
Weiß heute Güter zu spenden,
Und morgen sie zu entwenden,
Und doppelt schmerzt dann ihr Verlust.
Cupido mag auf mich zielen,
Ich lache nur seiner Gewalt;
Mit Weibern will ich nur spielen; -
Mir bleibt doch Eine aus Vielen,
Auf diese Art tröst' ich mich bald.
Gelehrte Schnurpfeiffereyen
Sind wahrlich entbehrlicher Tand;
Man kann auf Erden sich freuen
Auch ohne darüber zu schreyen,
Wie, oder woraus sie entstand.
Begier nach Ehren und Würden,
Ist auch nicht entfernet mein Fall,
Mit jeden neueren Zierden
Erscheinen neue Begierden,
Genügsamkeit ist nur ein Schall.
Den Tod mahl' ich nach Gefallen
Als Jüngling mit heiterm Gesicht,
Und muß hinüber ich wallen
In jene düsteren Hallen, -
Wohlan! - Mich schrecken sie nicht.
Nicht Thränenweiden und Krüge
Setzt an meinem Grabe mir dann;
Ein kleiner Stein thut Genüge,
Und sag' dem Wand'rer: Hier liege
Ein freyer, stets fröhlicher Mann.