Geist der Liebe

Schubert, Franz

Der Abend schleiert Flur und Hain

In traulichholde Dämmrung ein;

Hell flimmt, wo goldne Wölkchen ziehn,

Der Stern der Liebeskönigin.

Die Wogenfluth hallt Schlummerklang,

Die Bäume lispeln Abendsang;

Der Wiese Gras umgaukelt lind

Mit Sylphenkuß der Frühlingswind.

Der Geist der Liebe wirkt und strebt,

Wo nur ein Puls der Schöpfung bebt;

Im Strom, wo Wog' in Woge fließt,

Im Hain, wo Blatt an Blatt sich schließt.

O Geist der Liebe! führe du

Dem Jüngling die Erkorne zu!

Ein

Minneblick der Trauten hellt

Mit Himmelsglanz die Erdenwelt!