Grablied

Schubert, Franz

Er fiel den Tod für's Vaterland,

Den süßen der Befreiungsschlacht;

Wir graben ihm mit treuer Hand

Tief tief den schwarzen Ruheschacht.

Da schlaf' zerhauenes Gebein:

Wo Schmerzen einst gewühlt und Lust,

Schlug wild ein tödtend Blei hinein,

Und brach den Trotz der Heldenbrust.

Da schlaf' gestillt, zerrißnes Herz

So wunschreich einst, auf Blumen ein,

Die wir im veilchenvollen März

Dir in die kühle Grube streu'n.

Ein Hügel hebt sich über dir,

Den drückt kein Maal von Marmelstein.

Von Rosmarin nur pflanzen wir

Ein Pflänzchen auf dem Hügel ein.

Das sproßt und grünt so traurig schön,

Von deinem treuen Blut gedüngt:

Man sieht zum Grab ein Mädchen geh'n,

Das zarte Minnelieder singt. -

Die kennt das Grab nicht, weiß es nicht,

Wie der sie still und fest geliebt,

Der ihr zum Kranz, den sie sich flicht,

Den Rosmarin zum Brautkranz gibt.