Grablied auf einen Soldaten

Schubert, Franz

Zieh hin, du braver Krieger, du!

Wir gleiten dich zur Grabesruh,

Und schreiten mit gesunkner Wehr,

Von Wehmuth schwer

Und stumm vor deinem Sarge her.

Du warst ein bidrer, deutscher Mann,

Hast immerhin so brav gethan.

Dein Herz, voll edler Tapferkeit

Hat nie im Streit

Geschoß und Säbelhieb gescheut.

Warst auch ein christlicher Soldat,

Der wenig sprach - und vieles that;

Dem Fürsten und dem Lande treu,

Und fromm dabey

Von Herzen, ohne Heuchelei.

Du standst in grauser Mitternacht,

In Frost und Hize auf der Wacht;

Ertrugst so standhaft manche Noth

Und danktest Gott

Für Wasser, und für's liebe Brod.

Wie du gelebt, so starbst auch du!

Schloßst deine Augen freudig zu,

Und dachtest: "Aus ist nun der Streit

Und Kampf der Zeit,

Jezt kommt die ew'ge Seligkeit."

Der liebe Herrgott kannte dich.

In Himmel kommst du sicherlich.

Du Wittwe und ihr Kinderlein,

Traut Gott allein:

Er wird nun eure Stüze seyn.

Die Bahre poltert in die Gruft;

Wir aber donnern in die Luft

Dein leztes Lebewohl dreimal.

Im Himmelssaal

Dort sehn wir dich ohn' alle Qual.

Nehmt seinen Säbel von der Bahr,

Und seyd so brav, als wie er war.

Dann überwinden wir, wie er.

Und heiß und schwer

Drükt uns des Lebens Joch nicht mehr.

Trupp.

Eilt, Kameraden, von der Gruft!

Weil uns die Trommel wieder ruft.

Er rastet nun im kühlen Sand:

Uns fodert Fürst und Vaterland!

Wir bieten ihm

Mit Ungestüm

Die rauhe Kriegerhand.

Zwar gieng' es leichter in dem Feld

Als auf dem Bette aus der Welt.

Doch alles nur nach Gottes Rath!

So denkt ein redlicher Soldat.

Ihm geht es gut,

Er stirbt mit Muth,

Wie unser Kamerad.