Heimliches Lieben
Schubert, Franz
Myrtil, wenn deine Lippen mich berühren,
Dann will die Lust die Seele mir entführen;
Ich fühl' ein sanftes namenloses Beben
Den Busen heben.
Mein Auge flammt, Gluth schwebt auf meinen Wangen,
Es schlägt mein Herz ein unbekannt Verlangen,
Mein Geist, verirrt in trunkner Lippen Stammeln
Kann kaum sich sammeln.
Mein Leben hängt in einer solchen Stunde
An Deinem süßen rosenweichen Munde,
Und will bei deinem trauten Armumfassen
Mich fast verlassen.
O! daß es doch nicht ausser sich kann fliehen,
Die Seele ganz in deine Seele glühen!
Daß doch die Lippen, die voll Sehnsucht brennen
Sich müssen trennen!
Daß doch im Kuß mein Wesen nicht zerfliesset
Wenn es so fest an deinen Mund sich schliesset,
Und an dein Herz, das nimmer laut darf wagen
Für mich zu schlagen!