Hermann und Thusnelda

Franz Peter Schubert

Thusnelda:

Ha, dort kömt er mit Schweiß, mit Römerblute

Mit dem Staube der Schlacht bedeckt! so schön war

Hermann niemals! So hats ihm

Nie von dem Auge geflammt!

Kom! ich bebe vor Lust! reich mir den Adler

Und das triefende Schwert! Kom, athm', und [ruh hier

Aus]

in meiner Umarmung,

Von der zu schrecklichen

Schlacht!

Ruh hier, daß ich den Schweiß der

Stirn abtrockne,

Und der Wange das Blut! Wie glüht die Wange!

Hermann! Hermann! so hat dich

Niemals Thusnelda geliebt!

Selbst nicht, da

du zuerst im Eichenschatten

Mit dem bräunlichen Arm mich wilder faßtest!

Fliehend blieb ich, und sah dir

Schon die Unsterblichkeit an,

Die nun dein ist! Erzählts in allen Hainen,

Daß Augustus nun bang mit seinen Göttern

Nektar trinket! daß Hermann,

Hermann unsterblicher ist!

Hermann:

"Warum lockst du mein Haar? Liegt nicht der stumme

Todte Vater vor uns? O hätt' Augustus

Seine Heere geführt; er

Läge noch blutiger da!"

Thusnelda:

Laß dein sinkendes Haar mich, Hermann, heben,

Daß es über dem Kranz' in

Locken drohe!

Siegmar ist bei den Göttern!

Folg

du, und wein' ihm nicht nach!