Hochzeit-Lied

Schubert, Franz

Will singen Euch, im alten Ton,

Ein Lied von alter Treu;

Es sangens unsre Väter schon;

Doch bleibts der Liebe neu.

Im Glücke macht es freudenvoll,

Kann trösten in der Noth:

Daß nichts die Herzen scheiden soll,

Nichts scheiden, als der Tod;

Daß immerdar mit frischem Muth

Der Mann die Traute schützt,

Und alles opfert, Gut und Blut,

Wenns seinem Weibchen nützt.

Daß er auf weiter Erde nichts

Als sie allein begehrt,

Sie gern im Schweiß des Angesichts

Für ihren Kuß ernährt;

Daß, wenn die Lerch' im Felde schlägt,

Sein Weib ihm Wonne lacht,

Ihm, wenn der Acker Dornen trägt,

Zum Spiel die Arbeit macht,

[Und doppelt süß der Ruhe Lust,

Erquickend jedes Brodt,

Den Kummer leicht] an ihrer Brust,

Gelinder seinen Tod.

Dann fühlt er noch die kalte Hand

Von ihrer Hand gedrückt,

Und sich ins neue Vaterland

Aus ihrem Arm entrückt.